Freitag, 27. April 2012

Traumhaft, dieser Blödsinn..

Eigentlich mach ich sowas ja üblicherweise nicht, aber nachdem ich die beiden Träume meiner Wenigkeit ohnehin schon zu Byte gebracht habe, und hier gähnende Inaktivität und Grillenzirpen herrschen, pack ich sie einfach mal zur allgemeinen Erheiterung hier rein:

Meine Schwester, meine Freundin und ich waren irgendwo™ unterwegs (Landkarte hab ich noch im Kopf, wir wollten nach Norden, etwa 300km); Da es keine andere Beföderungsmöglichkeit gab, haben wir halt einen Sattelschlepper mit Anhänger geklaut. Das Übliche eben. Dann war irgendwas Aufregendes, an das ich mich nichtmehr erinnern kann. Danach wollten wir auf die Autobahn. Die Auffahrt führte über einen einspurigen Weg über einen Parkplatz (links und rechts parallel geparkte PKW). Mitten auf diesem Weg stand ein Streifenwagen mit einem einzelnen Polizisten, mit dem Rücken zu uns (Ich glaub, er hat sogar Donuts gegessen, US-Style); Logischerweise parkten wir den Sattelschlepper unauffällig in einer der PKW-Parklücken und schlichen uns an den Streifenwagen ran. Der Pozzilist war schnell überwältigt. Wir haben ihn in ein kleines Fach über der Windschutzscheibe des LKW gepackt. Danach sind wir auf die Autobahn (spaßigerweise war es nicht notwendig, den Streifenwagen wegzuschaffen), und haben da noch eine Menge fröhlicher Abenteuer erlebt, an die ich mich ebensowenig erinnern kann. War jedenfalls sehr aufregend.
Nichts Ungewöhnliches also. Freud, mein Kumpel, was hältst Du so davon?


Und, sollte das nicht dämlich genug gewesen sein, gefühlte wenige Minuten später:
Ein Arbeitskollege und ich arbeiteten in einer Art Eishalle. Aussenrum waren auch Tribünen und so, aber mittendrauf war z.B. ein Raum, ausserdem standen ein paar Stühle rum. Darüberhinaus war es auch dunkel. Ach, und Eis war auch keins da, nur Estrich-Boden. Es fuhr aber eine kleine (ca. Rasentraktor-Größe) Eismaschine rum, automatisch, so wie ein Roomba, und überall, wo sie entlangfuhr, blieb eine ca. 2mm dicke Eisschicht zurück. Der Plan war offenbar, die Eisfläche so Schicht für Schicht aufzubauen. Aus überaus plausiblen Gründen, die sich vermutlich aus dem vorhergehenden Traumverlauf ergaben, lagen allerdings eine abgehackte Hand sowie ein kleiner Klumpen eingefrorenen Blutes auf dem Boden rum, und es war von elementarer Wichtigkeit, dass die Eismaschine da nicht drüberfuhr. Natürlich wäre es nicht möglich gewesen, die beiden auf einen der rumstehenden Stühle zu legen (die lustigerweise nicht bewegt werden mussten, um die Eisfläche einheitlich zu bekommen), sondern wir mussten immer wieder warten, bis die Eismaschine am anderen Ende der Bahn war, um dann in den Nebenraum/Vorraum zu gehen, wo wir noch weitere wichtige Aufgaben, die sich meiner aktuellen Kenntnis entziehen, zu bewältigen hatten. Dann halt immer der Stress, wenn man wieder auf die Hand vergessen hatte, panisch rüberlief und sie gerade noch retten konnte..
¯\(o_°)/¯

Dienstag, 30. November 2010

Kassenkraft mit Humor und Fingerspitzengefühl

Ort: Rewe-Markt um die Ecke. Kurz vor Mittag. localhost, 30-jähriger, aber sportlicher, jung aussehender Raucher, arrangiert würdevoll seine Tagesration Nährstoffe in spe (zwei Energydrinks, ein Fertiggericht, eine Schachtel Zigaretten) möglichst platzsparend auf dem Kassenband und harrt besonnen dem Abschluss der Transaktion seines Vordermanns. Nach vollführter Abfertigung macht sich selbiger daran, seine neuerworbene Habe in einer Transportverpackung zu verstauen, während ich - ich kaufe ja nicht zum ersten mal ein und weiß, was mich erwartet - bereits nach einer ausreichenden Menge ortsüblicher Finanzmittel krame, um aus dem Ohrenwinkel (haha!) etwas zu hören, was nach "Kschbmm hmm asdf Ausweis sehen?" klang. Auf meine überraschte Nachfrage bestätigte der Verkäufer, damit tatsächlich zu meinen, er würde sich gerne persönlich meines Tabakkauf-adäquaten Alters überzeugen, und gluckste ein beglücktes: "entschuldigung, aber ich muss das machen", nachdem er eine zufriedenstellende Zahlenkombination auf dem von mir belustigt grinsend präsentierten Kunststoffkärtchen entdeckt und entziffert hatte.

Soweit so gut - quasi vorbildlich, den Ausweis zu kontrollieren, wenn das subjektiv wahrgenommene Alter nicht den Verkaufsbestimmungen entspricht. Und da sich an dieser Stelle abermals Gelegenheit ergibt, mein überdimensioniertes Ego schreiben zu lassen: in meinem konkreten Fall ists definitiv verzeilich, mich für knapp mehr als halb so alt zu halten, wie ich tatsächlich bin.

In der Schlange hinter mir befand sich zu dieser Zeit eine - ich bin nicht gut darin, Alter einzuschätzen - sagen wir: 60-jährige Dame, die folgenden kurzen Dialog mit dem Kassierer initiierte:
D: "Möchten Sie auch meinen Ausweis sehen?"
K: "Ja, selbstverständlich." ..(kurze Pause, dann der Übergag:).. "Sie können aber auch mit Ihrer Mutter vorbeikommen."
D: (eine halbe Oktave tiefer): "Das geht nicht, die liegt schon auf dem Friedhof."
K: (betretenes Schweigen)

Die darauffolgende Stille - auch der Umstehenden - wurde nur vom unerbitterlichen Piepsen des Barcodescanners unterbrochen.

Dienstag, 12. Oktober 2010

Drehort Internet

"Schön", dachte sich euer localhost, "dass es sich eine Fernsehsendung endlich mal zur Aufgabe macht, die weniger internetaffinen Teile der Elternschaft Deutschlands darüber aufzuklären, was für Gefahren im Internet so - wie man so schön sagt - lauern", als er eine Kurzbeschreibung der Sendung "Tatort Internet" irgendwo in den Weiten selbigens fand. Grund genug, eine Ausnahme zu machen, und mir das anzusehen.

Präsentiert werden hier verschiedene Fälle, in denen erwachsene Männer über Internet-Communities Kontakt mit vermeintlich 13-jährigen Mädchen und Jungen aufnehmen, um sich nach mehrwöchigem Internetkontakt mit ihnen zu treffen. Tatsächlich handelt es sich dabei im Chat um eine "Journalistin", bei den danach gestellten Treffen, das natürlich das Kernstück der Sendung bildet, wird die Rolle des Kindes durch eine(en) volljährige(n) Schauspieler(in) übernommen.

Immerhin, journalistische Sorgfaltspflicht nimmt man bei RTLII nicht auf die leichte Schulter: um hier Probleme zu vermeiden, fängt man damit einfach garnicht erst an. Also, mit dem Journalismus. An Stelle dessen präsentiert man erfundene Zahlen und "Fakten", übersieht ganz unabsichtlich den Gesamtkontext vollkommen und umgeht geschickt die Mühe, sinnvolle Informationen zu übermitteln. Etwa die, worüber man mit den eigenen Kindern sprechen sollte, und wie man sie sinnvoll vor realistischen Gefahren warnen kann. Oder sogar - und das ist jetzt eine ganz wilde Idee - wie man ein Vertrauensverhältnis zu ihnen aufbauen kann, das so weit geht, dass Kinder vielleicht sogar ganz von selbst von ihren Online-Kontakten erzählen.

Offenbar wäre sowas aber abwegig und utopisch. Wie so oft in unserer Medienlandschaft nämlich wird die Verantwortung gänzlich von Eltern und Kindern weggeschoben, und wohin? In die Politik natürlich. Da braucht sich dann auch niemand schuldig zu fühlen, der nicht eh schon allabendlich am Stammtisch beschimpft wird, und alle sind fein raus. Die Kernaussage der Sendung nämlich, und das ist eine Nachricht an die Legislative, lautet: "Schützt endlich unsere Kinder!". Naja, vielleicht auch: "SCHÜTZT ENTLICH UNSERER KINDA!!!!111elf", das beschreibt besser den Eindruck, der hinterlassen wird. Konkrete Forderung: auch der ledigliche Versuch, mit Minderjährigen Kontakte mit sexuellem Ziel aufzubauen, möge gefälligst strafbar werden. Das löst dann nämlich alle unsere Probleme, und jeder kann wieder beruhigt schlafen. Bis auf die Tatsache, dass die Exekutive doch ohnehin schon bei unserer aktuellen Rechtssituation damit überfordert ist, der Strafverfolgung nachzugehen - umso mehr im digitalen Medium. Oh, und bis auf die Tatsache, dass es wohl schwer möglich sein wird, ein sexuelles Interesse nachzuweisen, selbst wenn man mal einen Fall greifbar machen könnte.

Also muss wohl der Online-Kontakt zwischen Erwachsenen und Kindern gänzlich verboten werden. Eigentlich schlüssig: früher hat man ja auch nicht seinen Kindern gesagt, dass sie nicht mit Fremden mitgehen dürfen, sondern lauthals nach einem Gesetz geschriehen, dass Kommunikation zwischen Erwachsenen und nicht direkt mit ihnen verwandten Kindern verbietet. War doch so, oder?

Vermutlich wäre es aber auch in Ordnung, das Internet komplett abzuschalten, denn immerhin handelt es sich hierbei um den "größten Tatort der Welt"*.

Man darf das jetzt nicht falsch verstehen: die in den einzelnen Fällen (gepixelt) gezeigten Personen sind allesamt welche, die ein mehr oder weniger gravierendes Problem haben. Ob sie jetzt ins Gefängnis oder in Therapie gehören, in der Kindheit ein wenig mehr mit Mama und Papa hätten kuscheln sollen oder wilde Gewaltphantasien gegen sie ausgelebt werden sollten, muss hier nicht Thema sein. Alleine die Chat-Ausschnitte, die hier präsentiert werden, drehen einem den Magen um. Schade, dass der Zusammenhang fehlt.
In keinem Fall aber sind die Umstände, unter denen die Fälle dokumentiert, oder der Kontext, in dem sie präsentiert wurden, in Ordnung. Noch viel weniger sind es das Auftreten und die Grundaussage der ganzen Sendung.

(Randbemerkung, weitere Erkenntnis des gestrigen Abends: TV-Werbung ist in den letzten Jahren nicht besser geworden und schafft es immer noch, sich konsequent zu unterbieten. Wow!)


* Welche Größe wird hier eigentlich verglichen? Jeder weiß, wie klein das Internet ist. Und, ist ein "Tatort" nicht ein Ort, an dem ein einzelnes, isoliert betrachtetes Verbrechen stattgefunden hat? Sind im Internet also schlimmere Verbrechen begangen worden als in den unzähligen Kriegen in der "echten Welt"? Und überhaupt, fand die eigentlich Tat in den vorgestellten Fällen nicht erst bei den inszenierten Treffen statt? Bzw. hätte stattgefunden, wenn sie nicht inszeniert gewesen wären?

Montag, 5. Juli 2010

Rettet das Fragezeichen? Anscheinend kommen wir zu spät..

Hier noch ein kleiner Zusatzbeitrag zu Herrn Bangers offenem Brief, von der Rücken-Firma direkt um die Ecke:

warum-woanders-mehr-bezahlen

Donnerstag, 24. Juni 2010

Inhalt > Form. Genau!

Herr Banger ließ uns ja gestern an diesem Schreiben an Bastian Sick teilhaben, nur um kurz darauf von diesem seltsamen Teilnehmer am Gesamtabenteuer "Internet" de facto als arroganter, oberflächlicher Rechtschreibnazi dargestellt zu werden.

Unmöglich, mich da rauszuhalten.

Wer einen wenigestens einigermaßen hohen Bildungsgrad besitzt, sollte in der Lage sein, seine Gedanken in einer Form zu Bit zu bringen, die möglichst verlustfrei das Ideenkonstrukt darstellt, das er wirklich im Kopf hat. Tipp- oder Rechtschreibfehler sind eine Sache, das passiert mir auch. Die meisten Deppenleerzeichen- oder Satzzeichenfehler dagegen verschleiern die tatsächliche Bedeutung der Worte, verdrehen sie manchmal sogar. Das kann im Rahmen künstlerischen Ausdrucks sinnvoll sein, aber sicher nicht, wenn es darum geht, Inhalte wiederzugeben.

Das schlimmste daran ist, dass die Urheber der entsprechenden Texte/Fehler in den meisten Fällen nicht einmal merken, wie sie die Sprache vergewaltigen, weil ihnen das dafür notwendige Sprachgefühl fehlt. Zusätzlich also zu der unnötigen Abänderung des wiedergegebenen Inhalts drängt sich dann noch so ein ungutes Gefühl im Bauch auf, das sich am besten so beschreiben lässt: "HHHNNNGGGGGGGGGGGGGRRRRRRRRRR".
Nachtrag: ich konnte es mir nicht nehmen lassen, direkt beim nächsten Beitrag ein Beispiel dafür zu bringen, wie entstellend mangelndes Sprachgefühl wirken kann, aber leider:

er-raffts-nicht

(QFT)

HHHNNNGGGGGGGGGGGGGRRRRRRRRRRBBBBBBBBBBBBBBBFFFFFFFFRRRRRRRRRRRRKKKKKKKKKKKKKK

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